Jahresrückblick 2012

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


in wenigen Tagen neigt sich das Jahr 2012 zu Ende. Das winterliche Wetter lässt Adventsstimmung aufkommen. Der frühe Wintereinbruch hat allerdings dazu geführt, dass verschiedene Arbeiten nicht mehr wie geplant durchgeführt werden können. Ich möchte das scheidende Jahr zum Anlass nehmen, noch einmal auf die wichtigsten Ereignisse des Jahres zurückzublicken.


2012 war ein außerordentlich erfolgreiches Jahr für unsere Stadt. Die Entwicklung positiv voranzutreiben, die Zeichen der Zeit zu erkennen und vor allem die Wohn- und Aufenthaltsqualität ständig zu verbessern, dafür hat sich der Stadtrat eingesetzt, dafür haben Verwaltung und Bauhof ihr Bestes gegeben. Die boomende Wirtschaft – insbesondere der Bauwirtschaft machte die Realisierung der Projekte nicht immer leicht.

 

Jungen Familien ein attraktives Umfeld zu bieten, ist und bleibt eines unserer großen Aufgaben, an denen wir ständig arbeiten. Nach dem Neubau des Kindergartens Don Bosco im Vorjahr folgte nun der Neubau der Kinderkrippe, die Anfang nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen wird und 45 Kleinkindern Platz bietet. Damit stehen für unsere Kinder zeitgemäße und ausreichende Kindertagesstätten zur Verfügung. Dass an unserer Grund- und Mittelschule Mittagessen und Nachmittagsbetreuung für alle Schüler angeboten wird, vervollständigt die Kinderbetreuung von 1 – 14 Jahren. Das Angebot Ferienbetreuung für Grundschüler kam mangels Nachfrage nicht zustande.


Am Bruckwörthweg, im neuen Baugebiet „Dreifaltigkeit“ halten wir in Höchstädt aber auch in der Stadtteilen Deisenhofen, Oberglauheim und Schwennenbach attraktive und bezahlbare Bauplätze bereit. Die Nachfrage ist beachtlich. Es ist lange her, seit die Stadt in einem Jahr 11 Bauplätze verkaufen konnte.


Ein großer Wurf ist mit der Neugestaltung des nördlichen Umfelds der Stadtpfarrkirche, der Kirchgasse, der Sanierung des Bereiches Spitalkirche/Steckeler und dem Bau des großen Parkplatzes gelungen. Zusammen mit dem Parkplatz an der Nordschwabenhalle stehen somit nahezu 100 neue Parkplätze in der Innenstadt bereit. Da wir zudem noch die Kindertagesstätte „Don Bosco“ mitten in der Stadt neu gebaut haben, konnte eine weitere große Aufgabe unserer Kommunalpolitik, die Stärkung unserer Innenstadt, erreicht werden. Die Gebäuderenovierungen von sechs Privateigentümern, die von der Städtebauförderung und der Stadt unterstützt wurden, tragen ebenfalls zur Aufwertung des Stadtbildes bei und seien mit Dank an die Beteiligten erwähnt.


Die Kommunen stehen in ständiger Konkurrenz zueinander. Es gilt deshalb die Innenstadtsanierung weiter voranzutreiben. Erste Planungsschritte und Gespräche mit den Anwohnern wurden bereits im Bereich Schlossumfeld und Bleiche getätigt. Ein Bereich, der für das Stadtbild ebenfalls äußerst wichtig ist und mit dem Abbruch des sog. Hohenesterhauses und dem viel diskutierten Ersatzbau der Schlösserverwaltung - er steht bereits im Rohbau - schon eine Aufwertung erfahren hat.


Voll erschlossen wurde 2012 das Gewerbegebiet „Oberglauheimer Straße“. Zwei neue interessante Gewerbebetriebe konnten bereits angesiedelt werden. Eine sehr erfreuliche Entwicklung sehen wir bei der Firma Grünbeck, die mit dem Grünbeckforum einen ganz besonderen Maßstab für ein einmaliges Firmengebäude gesetzt hat. Die erfreuliche Entwicklung setzt sich bei der Firma Thanner und der Firma Nosta fort. Mit dem Lidl-Markt und der demnächst eröffnenden Metzgerei Weichenmeier wurde/wird das Angebot in Höchstädt erweitert.


Die Planungen für den Ausbau des Weges vom Bahnhof bis zu den Schulen sind nun abgeschlossen. In den letzten Wochen wurde noch ein Feldweg in Deisenhofen und die Industriestraße in Höchstädt saniert. Zum Ausbau mit einem lärmmindernden Asphalt der Lutzinger Straße hat die Stadt Höchstädt mit ca. 25.000 Euro beigetragen. Dass die Aussegnungshalle in Deisenhofen renoviert wurde, freut nicht nur die Deisenhofer.


Die Energiewende hat für uns einen wichtigen Stellenwert. Neben den Nahwärmeversorgern Nahwärme Deisenhofen und Heigl in Deisenhofen begleiten wir unterstützend den Ausbau der Fotovoltaikanlagen (An der Bahn). Die Nachrüstung mit energiesparenden Geräten und Leuchtmitteln ist geradezu selbstverständlich. Nach dem derzeitigen Stand der Technik wird allerdings die Windenergie mangels Wirtschaftlichkeit kein Zukunftsthema bei uns sein.


Höchstädt ist seit Februar 2012 Sitz einer „Technikerschule für erneuerbare Energien“. Dies soll in diesem Zusammenhang nicht ohne Stolz erwähnt werden.


In vorbereitenden Untersuchungen haben wir uns mit dem Kanalsystem der Innenstadt befasst und sind einen ersten Schritt in Sachen Zukunft der Trinkwasserversorgung gegangen. Intensiv beschäftigt hat uns die Standortfrage des neuen Feuerwehrgerätehauses. Nachdem der Wunschstandort am Lückenschluss letztlich als Vorbehaltsfläche des Landkreises für die Berufsschule dienen soll, entschieden sich der Stadtrat und die Feuerwehr für den Standort an der Oberglauheimer Straße.
Hier liegen auch gleich die Aufgaben der nächsten Jahre: Neubau des Feuerwehrgerätehauses, Kanalsanierungen und Optimierung des Kanalsystems und die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Das sind Projekte, die wir nicht aus der Portokasse stemmen. Sie sind Pflicht und nicht Kür.


Das Verfahren zum Bau der B 16 neu, Umfahrung Höchstädt, ist Ende 2012 weiter fortgeschritten. Das Staatliche Bauamt Krumbach wird in der ersten Stadtratssitzung 2013 den zur Genehmigung vorbereiteten Vorentwurf vorstellen.


Ich bedauere es sehr, dass die vorgesehene Breitbandversorgung für die Stadtteile Deisenhofen, Oberglauheim und Sonderheim nicht mehr begonnen werden konnte. Das gilt auch für den Bau des Rad- und Gehweges vom Bahnhof bis zur Schule.
Da fällt ein weiteres Stichwort: Das Mittelschulgebäude ist 40 Jahre alt und bedarf dringender Sanierung. Allein für die Außensanierung werden ca. 4 Mio. Euro fällig.


Noch ist eine abschließende Haushaltübersicht 2012 nicht möglich, weil viele Rechnungen erst am Ende des Jahres kommen. Eines steht jedoch auf jeden Fall fest: Die Maßnahmen 2012 waren nur mit einer Neuverschuldung von 900.000 Euro zu leisten. Eine Entspannung der Haushaltslage ist deshalb angesichts der vor uns stehenden dringenden Aufgaben nicht in Sicht.

 

Verabschieden mussten wir uns von unserem Ehrenbürger Josef Grünbeck, der Höchstädt mit der Fa. Grünbeck Wasseraufbereitung ein großes Erbe hinterlassen hat. Nur drei Wochen vor seinem Tod verliehen wir an seine Ehefrau Loni Grünbeck die Ehrenbürgerwürde unserer Stadt, weil sie mit der Gründung der Josef und Loni Grünbeck-Stiftung den Standort des Unternehmens für Höchstädt gesichert hat.


Geprägt wurde der Jahreslauf 2012 wieder von einem vielfältigen Kulturangebot und von den Aktivitäten der Kirchen und Vereine. Darüber hinaus leisteten die SSV Höchstädt e.V. mit dem Projekt „Zukunft“, der Schützenverein Falke e.V. mit der Renovierung und dem Anbau an das Vereinsheim sowie der Förderverein der Schule mit der Errichtung der Kletterwand ehrenamtlich große Bauprojekte.


Es ist uns sehr wohl bewusst, dass die Stadt von Industrie, Handwerk und Handel lebt. Wir danken den Betrieben und den Geschäften, aber auch allen Arbeitnehmern. Sie tragen mit ihrer Tätigkeit, mit ihrem Steueraufkommen zu den Einnahmen der Stadt bei, die wiederum Grundlage für die Erhaltung und Schaffung der Infrastruktur sind.


Abschließend darf ich mich einer angenehmen Pflicht entledigen und aufrichtige Dankesworte an die Vertreter von Behörden, Verbänden und Vereinen richten.


Ein herzliches „Vergelt's Gott“ gilt allen ehrenamtlich tätigen Damen und Herren in unserer Stadt. Mit ihrer hervorragenden Tätigkeit im Ehrenamt leisten sie einen unverzichtbaren, äußert wertvollen Beitrag für unser Gemeinwohl. Mein Dank gilt allen, die die Baustelle in der Innenstadt mitgetragen haben: Herrn Stadtpfarrer Bise, Herrn Kirchenpfleger Wolfgang Eder und den Anwohnern. Der Dank gilt auch den Planern, Bauleitern und Handwerkern ebenso wie Herrn Hofmockel von der Städtebauförderung für die wohlwollende Unterstützung.


Großes haben auch die Mitarbeiterinnen und der Hausmeister des Kindergartens geleistet, die den Betrieb trotz der Baustelle vorbildlich durchgeführt haben.


Herzlicher Dank gilt unserem Landtagsabgeordneten Georg Winter. Sein Einsatz für das ehemalige Schülerinternat, das Schloss Höchstädt und seine jederzeitige Unterstützung in Förderangelegenheiten ist für die Stadt Höchstädt unschätzbar.


Ich danke den Planungsbüros für die allzeit sachliche und fachliche Beratung, sowie dem Stadtrat, den Ausschüssen und dem Bauausschussvorsitzenden für die aufgeschlossene Mitarbeit, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Verwaltung, Bauhof und meinen Vertretern Wolfgang Kohout und Hans Mesch für die angenehme Zusammenarbeit.


Ich wünsche Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, unseren Senioren, Jugendlichen und Kindern einen besinnlichen Advent, ein frohes Weihnachtsfest und für das Jahr 2013 vor allem Gesundheit, Frieden, Erfolg und Gottes Segen. Unseren kranken Mitbürgern wünsche ich starken Lebensmut, Kraft und gute Besserung!

 

Es grüßt Sie herzlich Ihre Bürgermeisterin

 

Hildegard Wanner